Freitag, 21. Juni 2013

SIMONCINI Cruiser - Ein Rahmen mit einem speziellen Finish

Dieser Cruiserrahmen wurde Ende der 1960er Jahre von Renato Simoncini gebaut, ist aber nie aufgebaut worden. Ich habe ihn gekauft weil ich an ihm eine neuartiges Finish ausprobieren wollte.
Es besteht aus einem Perlstrahlen mit einem speziellen Strahlgut. Anschließend wird eine Klarpulverschicht aufgetragen, die auch in der Automobilindustrie verwendet wird.
Somit sind die muffenlosen Verlötungen sehr gut erkennbar.


Die obere "Pletscherplatte" wurde entfernt und durch eine formschöne Brücke zur Schutzblechbefestigung ersetzt.
 

Den Hinterbau habe ich auf 130mm ausrichten lassen um ein Laufrad mit einer aktuellen Nabe einbauen zu können.
 

Zum Rahmen passen 26" Laufräder. Die Holzfelge stammt von Cerchio Ghisallo und hat den dunkelsten Farbton.


Die Gabel ist in diesem Jahr nach meinen Wünschen gebaut worden. Der Gabelkopf stammt wie der Rahmen auch aus den 1960er Jahren.


Gut sichtbar sind die Lötstellen am Tretlagergehäuse.
 

Die untere "Pletscherplatte" habe ich nicht entfernen lassen da ich einen passenden Ständer montieren möchte.
 


Das neue Finish gefällt mir sehr. Es wird optional bei SIMONCINI angeboten und oft von Käufern von Singlespeed- oder Fixie-Rahmen geordert. Die Rahmen wirken ähnlich elegant wie Edelstahlrahmen, sind aber deutlich günstiger zu erwerben. Der Lackierer hat inzwischen viel Erfahrung mit diesem Finish gesammelt. Durch einen ausgeklügelten Arbeitsablauf sind keine Fingerabdrücke auf dem Metall vorhanden!

Alternativ ist auch ein gebürstetes Finish bei Stahlrahmen machbar. 

Fertig aufgebaut wird das Rad so ähnlich aussehen wie dieser Cruiser, der vor zwei Jahren  entstanden ist.


Aufgebaut habe ich den Cruiser mit MTB-Teilen, die ich als Sonderangebote über die Jahre gekauft habe.


Sehr gut passen die SCHWALBE BIG APPLE PLUS 55 Reifen zum Rad, meiner Meinung nach. Die MTB-Holzfelge von GHISALLO WOODEN RIMS hat keine Probleme mit den Reifen. 2 bar Druck reichen zum Cruisen völlig aus.





Freitag, 15. März 2013

Holzfelgen und Bambusrahmen

Auf der diesjährigen Messe Rad und Outdoor in Bremen hat Tobias Meyer einige seiner Fahrräder mit Bambusrahmen präsentiert. Der Stand wurde gut besucht und viele Interssenten haben die Möglichkeit zu einer Testfahrt genutzt.
Um auch die Möglichkeit der weiteren Verwendung nachwachsender Rohstoffe am Fahrrad zu zeigen, habe ich zwei Laufradsätze mit Holzfelgen zur Präsentation bereitgestellt.


Auch in der Kombination mit Aluminiumfelgen wirkt dieses Rad natürlich.


Das Ausgangsmaterial für den Bambusrahmenbau.



Die Holzfelgen wurden präsentiert in einer Schlauchreifen- und in einer Drahtreifenversion.


Hier ist ein Bambusrahmen mit einem kurzen Hinterbau (Sprinter-Hinterbau) zu sehen. Das Bambusrohr wurde passend zu den mahagonifarbenen Holzfelgen lackiert. Dies ist nötig als UV-Schutz.


Der Reifen des Hinterrades berührt das Sitzrohr nicht, da es entsprechend ausgearbeitet wurde.


Die Montage des Hinterrades ist durch die senkrechten Ausfallenden leicht möglich.


Inzwischen sind auch mehrere Fernsehteams bei Tobias Meyer gewesen und haben sich den Rahmenbau erläutern lassen. 

Hier geht es zum Bericht von RTL Nord

Auf EUROMAXX ist ein Feature mit dem Thema "Fahrräder als Designobjekt" zu sehen. Es ist der dritte Teil in dem Tobias ab Minute 1.50 seine Fahrräder vorstellt. Die Holzfelgen sind sehr schön von der Kamera aufgenommen worden.

Sobald Felgen aus Bambus verfügbar sind, werden wir auch diese zu den Bambusrahmen zeigen.

Samstag, 15. Dezember 2012

Laufradbau im Winter

In diesem Winter stand die Instandsetzung meines ALEX 440 Laufradsatzes an. Die hintere Felge war durchgebremst und somit habe ich Ersatzfelgen in 20 und 24 Loch gesucht. Entschieden habe ich mich für REMERX-Felgen RAPID von RADPLAN DELTA. Die Felgen sind ungeöst und haben ausgerichtete Bohrungen für die Speichennippel. Die Montage ging problemlos, vorn radial und hinten 2-fach gekreuzt.


Für leichte Fahrer können auch die Felgen ALCYON in 20 und 24 Loch geordert werden. Die Felgenhöhe entspricht den Originalfelgen im ALEX 440 Laufradsatz.
 

Bei einem weiteren Laufradsatz wollte ich weiße Felgen mit roten Naben und roten Alunippeln kombinieren. Die Wahl fiel auf die DT-SWISS RR465 Felge und auf Naben von Superlight-Bikeparts. Bei der hinteren Hochflanschnabe lässt sich der Sperrklinkenmechanismus ohne Werkzeug freilegen und reinigen, kennt man auch von den HÜGI-Naben.
 

Alunippel präpariere ich immer vor dem Einspeichen mit Wachs und die Speichengewinde mit Fett. Die abgebildete Dose Sprühwachs habe ich vor über 20 Jahren bei Harald Huntemann in Syke gekauft. Die ZWEIRADKISTE befand sich damals noch in der Nordstraße.


Sonntag, 26. August 2012

GHIA 230 S - Prototyp

Heute habe ich ein paar Bilder gemacht von meinem Rennrad mit dem Edelstahl-Doppelrohrrahmen neben einem Automobil mit einem GILCO-Stahlrahmen. Es handelt sich um einen GHIA 230 S, ein Prototyp der eigentlich von Fiat in Serie gebaut werden sollte.


Der Rahmen des Wagens wurde 1963 von Gilberto Colombo entworfen, der Karosserieentwurf stammt von Sergio Sartorelli vom Haus GHIA. Die Story des Wagens ist ausführlich beschrieben im Magazin Motor Klassik, Heft 9/2010. 


Der Besitzer des Wagens, Herr Heiko Seekamp aus Bremen, hat mir erlaubt die Bilder zu machen. Im Gegenzug hat er von mir eine Reihe von Lichtpausen der Skizzen und technischen Zeichnungen des Rahmens und der Karosserie bekommen. Auf der GILCODESIGN-Webseite sind Skizzen des Rahmens zu sehen.





Eine Serienfertigung kam leider nicht zustande. Immerhin wurden die Schwestermodelle in größeren Stückzahlen gebaut, vom GHIA 1500 1500 Stück und vom der GHIA 450 SS , einem Spider mit PLYMOUTH V8 Motor, 50 Exemplare.


Für mich als Radfahrer ist es ein schönes Gefühl zu wissen, dass die Rohre meines Rahmens und die Rohre des Rahmens des GHIA 230 S aus derselben Manufaktur stammen.



Auch die Satteltasche ist ein gutes Beispiel für gelungenes italienisches Design. Es ist das Modell AERONAUT aus dem Hause SCICON. Ein Ersatzschlauch und Montierhebel (liegen bei) sind damit elegant untergebracht. Der Halter wird werkzeuglos am Sattelgestell fixiert.

Der Fahrradrahmen trägt die Bezeichnung GILCO by SIMONCINI 40T. SIMONCINI ist der Rahmenbauer, der die Edelstahlrohre des Rahmens muffenlös verlötet hat, und 40T steht für das 40jährige Bestehen des Rohrziehwerks TRAFILTUBI in Mailand. 
Ober-, Unter- und Sitzrohr sind als Doppelrohre ausgeführt. Diese Technik bewirkt, dass der Rahmen seitlich sehr verwindungssteif ist und gleichzeitig ein wenig federt. Gilberto Colombo hat seinerzeit bei seinem Entwurf des Fahrradrahmens COLNAGO BITUBO diese Technik am Unterrohr eingesetzt. Im folgenden Fotoalbum ist ein Rad mit diesem Rahmen in Titan abgebildet. Es wurde in den 1980er Jahren z.B. von Toni Rominger gefahren:

https://www.flickr.com/photos/ganzo_bici/3749669336/lightbox/








Donnerstag, 2. August 2012

MTB mit einem Edelstahlrahmen FLY100

Für das Wintertraining abseits der Straße habe ich mir ein MTB mit den aktuellen Komponenten SHIMANO DEORE XT zusammengestellt. Den Hardtail-Rahmen habe ich mit einer starren KINESIS-Gabel komplettiert. Die Federung übernimmt die THUDBUSTER Sattelstütze von CANE CREEK.



Der Rahmen ist ein Edelstahl-Doppelrohrrahmen bei dem Ober- und Unterrohr aus D-förmig profilierten Rohren hergestellt sind. Die Legierung der Chrom-Nickel Rohre nennt sich FLY100. Ähnlich Rohre werden auch im Flugzeugbau verwendet, daher "FLY...".


Das Tretlagergehäuse hat einen vergrößerten Durchmesser in der Mitte um großvolumige Sitz- und Unterrohre leichter verlöten zu können. Es ist für Innenlager mit BSA-Gewinde ausgelegt.



Die hintere Bremsscheibe hat einen Durchmesser von 140mm. Für größere Bremsscheiben sind Adapter erhältlich. Da ich das Rad nicht für Rennen im Gelände einsetzen will, habe ich Touring-Pedale von RESET-RACING montiert.



Die vordere Bremsscheibe hat einen Durchmesser von 160mm.


Das Kürzen der Bremsleitungen habe ich nach Anleitung an den Bremsgriffen vorgenommen. Da keine Bremsflüssigkeit ausgetreten ist, war kein Entlüften der Bremsanlage nötig.


Schaltwerk und Umwerfer sind neu konstruiert worden. Montage und Einstellung waren wie gewohnt ohne Probleme möglich.



Inzwischen habe ich die Felgen gegen MTB-Holzfelgen von Ghisallo Wooden Rims getauscht. Wegen der Scheibenbremsen bleiben sie auch ohne spezielle Bremsbeläge schön.


Der Farbton ist das dunkelste schwarz, bei dem die Holzmaserung noch erkennbar ist.



Inzwischen habe ich einen Erfahrungsbericht über die MTB-Holzfelgen von Ghisallo verfasst.

Das Rad ist perfekt für ein Training im Warwer Sand. Auch bei großer Hitze kann in dem Naherholungsgebiet gut gefahren werden.



Warwer Sand von Blueracer670 - mehr Mountainbike-Videos

Montag, 11. Juni 2012

ÜberseeTörn 2012 in Bremen

In diesem Jahr beteiligt sich GeoInformation Bremen erstmals am ÜberseeTörn. Für Fahrradfahrer bieten wir die Körpervermessung an, mit der wir die Maße für einen passenden Fahrradrahmen berechnen. Die Maße werden in einem Messprotokoll zusammengestellt.
Im Shop stellen wir historische Holzfelgen aus.
Auf den Bildern sind die Plakate unserer Aktionen beschrieben.




Sonntag, 18. März 2012

Auf Holzfelgen unterwegs

Die Radsportsaison 2012 habe ich bei einer Ausfahrt mit den Tri Wölfen Stuhr eröffnet. Es wurde ein gut 30er Schnitt angekündigt, daher habe ich mein Fixie genommen. Die SAN REMO Holzfelgen hatte ich vorher nach ca. 300km ein wenig nachzentriert bzw. die Speichen nachgespannt.


Wer sich Holzfelgen ansehen möchte, kann das auch im Shop von GeoInformation Bremen tun. Vor ein paar Monaten habe ich für den Holzfelgenbauer Alessandro Brusati eine Formel zur Speichenlängenberechnung für seine Holzfelgen programmiert. Dafür hat er mir 2 Paare historischer Holzfelgen geschenkt. Das ältere Paar stammt aus der Produktion seines Großvaters Dario Brusati und wurde zwischen 1948 und 1962 hergestellt. Das zweite Paar stammt aus dem Jahr 1983.
Im Shop dienen die Holzfelgen als Dekoration zum Fahrrad-Stadtplan Bremen.